@D4rki: So hab ich das Spiel auch gesehen

Bei Shootern könnte man dem Ganzen Abhilfe schaffen, wenn es von vornherein eine Draufsicht für Zuschauer gäbe. Etwa so wie man beim Fussball oder meinetwegen auch Snooker (

) eine Draufsicht bekommt. Allerdings geht das auch wieder nur, wenn die Map nur eine Ebene hat und die Spieler nicht in Tunneln verschwinden können. Dazu müssen professionelle Moderatoren am Werk sein - die gibt es aber quasi nicht.
Dazu kommt obendrein, dass es ca. 1.000.000 Clans gibt (grob geschätzt), die sich ständig umbenennen, aufhören oder neu formieren, aufgeteilt auf gefühlt ebenfalls 1.000.000 Ligen, dazu ständig irgendwelche Cups, die ebenfalls jeder veranstalten kann, wie er lustig ist. Wenn ich das technische Know-How habe und das finanzielle Fundament, kann ich ohne weiteres einen Cup ausrichten. Das gesamte eSports-System existiert als solches ja gar nicht. Was her müsste, wäre
eine Liga für alle und ein Dachverband, der das Ganze organisiert. Dazu müssten Bedingungen kommen, die ein Clan erfüllen muss um in dieser Liga spielen zu dürfen. Beim Fussball kannst du dich auch nicht einfach mit 20 Freunden und Kollegen zusammentun und irgendwo draufloskicken und irgendwann in der 1. Bundesliga landen. Da brauchst du eine Aufnahme beim DFB, wofür du wiederrum bestimmte Kriterien erfüllen musst und so weiter. Aber im eSport kann ich jetzt direkt sagen: die nächsten 5 die hier posten sind jetzt mein 6on6 Team, mich in irgendeiner Liga anmelden und dort in der nächsten Saison auf dem 1. Platz landen, wenn wir gut genug sind. Hab ich dann in der Saison darauf keinen Bock mehr, hör ich wieder auf. So eine Fluktuation der Teams ist a) unmöglich zu organisieren, wenn man ein Dachverband ist und b) ist das für die Zuschauer nicht nachvollziehbar.
Und selbst
wenn man das alles irgendwie in den Griff kriegt, kann man erstens niemanden daran hindern, doch wieder sein eigenes Süppchen zu kochen und b) verkauft sich die BILD immernoch besser mit einem Bericht über einen Jugendlichen, der wegen seiner Computerspielsucht zuerst kollabiert ist und dann im Krankenhaus vor Wut über das Mittagessen um sich geschossen hat als einen Bericht über den Sieg von Team XY im Cup Soundso.
eSport ist meiner Meinung nach zum scheitern bzw. Nischendasein verurteilt, weil es erstens a) den Medien weniger Geld bringt als reisserische Hetzkampagnen und b) alles über das Internet läuft, in dem jeder in der Szene machen kann, was er will.